13. Spieltag 20.11.2010

Werder Bremen - 21.11.2010

Dicke Luft nach der 0:4-Niederlage auf Schalke

Gelsenkirchen . Ein Bild des Jammers haben die Werder-Spieler nach dem Schlusspfiff in der Veltins-Arena geboten. Abgeschreckt von den wenig schmeichelhaften Gesängen ihrer Anhänger suchten sie schnell das Weite. Auf der Trainerbank ist die Stimmung ähnlich trüb.

Angespannte Gesichter bei Thomas Schaaf und Klaus Allofs nach der erneuten Niederlage.

Angespannte Gesichter bei Thomas Schaaf und Klaus Allofs nach der erneuten Niederlage.

Nach vier sieglosen Spielen geht der Blick aller Beteiligten mehr nach unten als nach oben. "Ich kenne die Tabelle, keine Sorge", antwortete Geschäftsführer Klaus Allofs auf die Frage nach der drohenden Absturzgefahr und machte aus seiner Enttäuschung keinen Hehl. "Wir haben zwar keine neuen Fehler gemacht, aber die alten leider wiederholt. Das ist der schwerste Tag."

Angesichts der bedenklichen Vorstellung vor allem in der Deckung wollte sich auch Thomas Schaaf nicht mehr mit Gedanken an einen Europapokalplatz beschäftigen. "Das können wir so nicht akzeptieren", klagte Schaaf. Werder hat bereits 31 Gegentreffer und damit nach Mönchengladbach die zweitmeisten der Liga kassiert. Im Anschluss an die Schlappe wirkte Schaaf ähnlich ratlos wie seine Profis zuvor auf dem Rasen: "Jeder freut sich, gegen uns zu spielen. Wir träumen, wir stehen da und gucken zu, wehren uns nicht."

Zu allem Überfluss ging neben den Punkten auch noch Mittelfeldspieler Philipp Bargfrede verloren, der in der 85. Minute nach wiederholtem Foulspiel die Gelb-Rote Karte sah. Zudem musste Wesley wegen einer Muskelverletzung ausgewechselt werden. Nicht nur der Blick auf die Tabelle stimmte Allofs nachdenklich: "Die Personaldecke ist inzwischen sehr dünn, es sieht nicht rosig aus."

Bei Werders Gegner Schalke könnte die Stimmung dagegen kaum besser sein. Am Ende seiner königlichen Gala ging der dreimalige Torschütze Raul auf Trophäenjagd. Wie ein Jungprofi nach seinem ersten großen Erfolg wurde Raul bei Schiedsrichter Knut Kircher zum Bittsteller. "Es war mir eine Herzensangelegenheit, meiner Familie diesen Ball mitzubringen", sagte der Schalker Angreifer. Mit seligem Lächeln und dem Spielgerät unter dem Arm machte sich der stolze Spanier auf den Weg zurück in die Kabine. "Drei Tore in einem Bundesliga-Match, das ist für mich etwas ganz Besonderes."

Die umfangreiche heimische Sammlung, die Raul im Anschluss an seine Karriere an eine lange und erfolgreiche Karriere erinnern soll, ist seit Samstag um ein Ausstellungsstück größer. Wie schon zuvor bei Real Madrid ist er nun auch bei seinem neuen Arbeitgeber zum Publikumsliebling aufgestiegen. Als der Neuzugang elf Minuten vor dem Ende der Partie ausgewechselt wurde, feierten ihn die Zuschauer mit Ovationen. Der Dreierpack von Raul (45+2./56./71.) verschaffte vor allem Felix Magath Genugtuung. Schließlich hatte der Fußball-Lehrer den Stürmer stets gegen aufkommende Kritik verteidigt: "Ich habe nie an ihm gezweifelt. Es war schon im Training zu erkennen, dass er nichts von seiner Torgefahr eingebüßt hat."

Der unerwartet deutliche Erfolg im Frust-Gipfel der wankenden Champions-League-Teilnehmer sorgte für königsblaue Erleichterung. Nach sieben Punkten aus drei Spielen wächst der Glaube an einen dauerhaften Aufwärtstrend. Es passte ins Bild von einer allmählichen Genesung des Patienten, dass sich neben Raul ausgerechnet der lange Zeit kritisierte Manndecker Christoph Metzelder (22.) als Torschütze profilierte. "Es war kein Zufall, dass ihm das 1:0 gelang. Er hat sich in den vergangenen Wochen richtig in seine Aufgabe reingearbeitet", lobte Magath. (dpa)

 

 

21.11.10 19:23
 


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Webmaster (21.11.10 19:25)
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